Blumenwiese, Wildblumen

Blühstreifen fördern Nützlinge deutlich

Blühstreifen mit mindestens zwei verschiedenen Blumenarten können die Zahl natürlicher Gegenspieler von Schädlingen deutlich erhöhen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Kopenhagen, die im Durchschnitt einen Zuwachs von rund 70 Prozent festgestellt hat. Mit steigender Artenvielfalt in den Blühstreifen nimmt auch der positive Effekt weiter zu.

Untersucht wurden vor allem Felder mit einjährigen Kulturen, wie sie im Ackerbau verbreitet sind. Viele der Ergebnisse lassen sich jedoch auch auf Dauerkulturen wie den Apfelanbau übertragen. Empfohlen werden insbesondere mehrjährige, heimische Blühmischungen, da sie Nützlingen langfristig Lebensraum bieten und so die natürliche Schädlingsregulation sowie die Artenvielfalt stärken.

Als besonders wirkungsvoll gelten Blühpflanzen mit offenen Blüten, etwa Schafgarbe, Glockenblumen oder Doldenblütler. Sie liefern Nektar und Pollen für Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und andere Nützlinge, die Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben auf natürliche Weise eindämmen.

Auch im Südtiroler Apfelanbau wird das Prinzip verfolgt, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum zu beschränkten und – wo möglich – natürlichen Methoden den Vorrang einzuräumen. Gemäß der Pflanzenschutzpyramide werden zunächst natürliche Methoden angewendet, um die Pflanzengesundheit zu sichern. Erst wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gezeigt haben und sich ein Schädlingsbefall zeigt, werden chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel ausgebracht.